Die Wüsten Amerikas

Die Wüsten Amerikas – Lage und Größe


Der Anteil der Wüsten und Halbwüsten an der Gesamtfläche des Doppelkontinents Amerika ist mit 19,5 Prozent der geringste unter allen Kontinenten. Die Trockengebiete nehmen eine Fläche von 7.633.860 km² ein, wovon 4.256.000 km² auf Nordamerika und 3.373.450 km² auf Südamerika entfallen. Ihr Anteil an der Gesamtfläche Nordamerikas beträgt 20 Prozent und ist etwas höher als in Südamerika, wo die Trockengebiete 19 Prozent Flächenanteil besitzen. Der Anteil der hyperariden Gebiete ist mit zwei Prozent sehr gering. Die enorme meridionale Ausdehnung Amerikas – so wird der Doppelkontinent sowohl vom nördlichen wie vom südlichen Wendekreis durchzogen – bringt entsprechend differenzierte Klimaverhältnisse mit sich. Die Trockenheit der nordamerikanischen Wüsten wird ganz entscheidend von den Großstrukturen des Reliefs bestimmt. In Südamerika sind es die Anden, welche erheblichen Einfluss auf die Ausprägung der Wüsten entlang der südamerikanischen Trockendiagonale nehmen. Nicht zu unterschätzen sind auch die Auswirkungen, die kalte Meersströmungen wie der Humboldtstrom und der Kalifornienstrom auf das Klima haben.
Die nordamerikanischen Wüsten sind im nördlichen Mexiko und im Südwesten der USA zu finden: die Mojave-Wüste und die Great Basin Desert ausschließlich auf dem Staatsgebiet der USA, die Sonora- und die Chihuahua-Wüste im Norden Mexikos und im Südwesten der USA. Die Wüsten Südamerikas liegen entlang der südamerikanischen Trockendiagonale, die von Nordperu 5.000 km weit bis an die patagonische Atlantikküste reicht. Die Atacama, eine typische Küstenwüste, ist ein Teil von ihr. Zwei isolierte südamerikanische Trockengebiete sind aufgrund relativ dichter Vegetation nicht zu den echten Wüsten zu rechnen: die Nordküste Venezuelas mit den vorgelagerten Inseln unter dem Winde und der Sertao im Nordosten Brasiliens. Die klimatischen Ursachen für ihre Trockenheit sind in beiden Fällen höchst komplex.