Die Tiere der Wüsten
Wüsten stellen Tiere vor extreme Herausforderungen. Ihr Leben ist oftmals ein immerwährender Überlebenskampf in einer lebensfeindlichen Umgebung: Wüstentiere müssen sich vor Überhitzung schützen und extreme Temperaturschwankungen aushalten, sie müssen mit geringem Nahrungsangebot auskommen, hohe Dosen an UV-Licht vertragen, gegen Wind ankämpfen, der die Austrocknung fördert und kleinere Tiere in eine noch lebensfeindlichere Umgebung verfrachten kann. Beutetiere finden nur wenig Schutz und Raubtiere kaum Deckung. Hinzu kommt die permanente Wasserknappheit und Verdunstung, die Tiere dauernd Wasser verlieren lässt. Ihr Körper besteht aber zu mindestens zwei Dritteln aus Wasser und ist nicht mehr funktionsfähig, wenn dieser Wert unterschritten wird.
Aufgrund all dieser Einschränkungen ist die Artenvielfalt in den Wüsten im Vergleich zu anderen Lebensräumen gering. So gibt es in der Sahara nur 50 Säugetierarten, zum größten Teil Nagetiere. Im Gegensatz dazu haben sich die Schwarzkäfer mit 340 Arten differenziert angepasst.
Sämtliche Tierarten in den Wüsten der Erde darzustellen, würde den Rahmen dieses Buchs sprengen. Ich beschreibe die Wüstenfauna daher nur im Überblick und gehe anschließend auf Strategien ein, die das Überleben in der Wüste sichern. Dem Kamel als Wüstentier par excellence ist dann ein eigenes Kapitel gewidmet.


WIRBELLOSE TIERE
Die Trockenheit trifft bei den wirbellosen Tieren eine strenge Auswahl, denn bei einer Vielzahl von ihnen, zum Beispiel der Schnecken und Asseln, ist der Wasserbedarf unverträglich mit dem Wüstenklima. Dagegen haben sich Spinnentiere häufig den Wüstenbedingungen perfekt angepasst. Die bekanntesten und wegen ihres Gifts gefürchteten sind die Skorpione, urtümliche Tiere, deren Bauweise und Form sich seit 400 Millionen Jahren kaum verändert hat. Neben den Skorpionen sind mit den Walzenspinnen, Webspinnen, Pseudoskorpionen und Milben zahlreiche weitere Spinnentierarten in den Wüsten anzutreffen. Auch Zecken sind überall verbreitet. An manchen Brunnen wimmelt es geradezu von Kamelzecken. Einige Arten können bis zu zehn Jahre ohne Nahrung auskommen.
Insekten sind in Wüsten weit verbreitet. Sie sind sogar in unbelebten Gebieten zu finden, wohin sie meist vom Wind getragen wurden. Bekannt wegen ihrer Bauten sind die Termiten, zusammen mit Ameisen und Käfern die Insekten, die in der Wüste am meisten vorkommen. In der Sahara bilden Termiten und Ameisen 80 Prozent der Biomasse. Auch Hautflügler wie Wespen und Bienen ebenso wie Schmetterlinge sind überall dort anzutreffen, wo lebende Vegetation existiert. Manche Schmetterlingsarten leben in Büschen, wo sie ungestört umherfliegen, während außerhalb des Busches Sonne und Wind ein Überleben unmöglich machen. Die Artenvielfalt der Käfer ist in der Wüste enorm. Am bekanntesten ist der Pillendreher, der in zwölf Stunden so viel fressen und verdauen kann, wie er selbst wiegt. Am häufigsten anzutreffen sind die Schwarzkäfer. In Halbwüsten ernähren sie sich von Pflanzenwurzeln, in Wüsten sind sie auf angewehte Pflanzenteile angewiesen.


WIRBELTIERE
Im Vergleich zu den wirbellosen Tieren sinkt die Artenvielfalt bei den Wirbeltieren der Wüsten beträchtlich. So gibt es in der Sahara nur 13 Schlangen-, 30 Echsen- und 18 Vogelarten.
Reptilien sind gut an die Trockenheit angepasst, ihre Hornschuppenhaut schützt wirksam gegen Austrocknung. Ihren Wasserbedarf können sie meist allein durch den Wassergehalt der Nahrung decken. Unter den Reptilien sind Echsen am weitesten verbreitet und können am längsten in trockener werdenden Gebieten ausharren. Eidechsen, Warane, Agamen und Geckos sind mit gut an die wüstenhaften Bedingungen angepassten Arten vertreten. Die bekanntesten Wüstenreptilien sind die Schlangen, von denen die meisten zu den Nattern, aber auch viele zu den Vipern gehören. Insbesondere die Hornviper ist gefürchtet. Sie lebt in Sandwüsten, ist aber auch in anderen Wüsten zu finden, wenn genügend Sand vorhanden ist. Durch kreisende Bewegungen ihrer Rippen gräbt sie sich schnell in den Sand ein. So schützt sie sich vor den sengenden Sonnenstrahlen, nur die Augen und die beiden Hörnchen ragen aus dem Sand. In der Tarnung lauert sie stundenlang auf Beute – Reptilien, Vögel und Mäuse, die sie durch einen schnellen Biss und ihr hochwirksames Gift tötet.

Im Vergleich zu anderen Wüstentieren sind Vögel kaum an ein Leben in der Wüste angepasst. Dass sie rasch große Strecken zurücklegen können, erleichtert ihnen aber die Suche nach Wasser. Die meisten Vögel sind Insektenfresser, doch gibt es auch Körnerfresser und Fleischfresser. So hat sich der Schlangenadler auf Reptilien spezialisiert. Während Körnerfresser auf die Aufnahme von Wasser angewiesen sind, können die übrigen Vögel ihren Wasserbedarf teilweise mit der Nahrung decken. Zugvögel, die bei der Wüstenüberquerung wegen aufgebrauchter Fettreserven oder aus Wassermangel rasten müssen, gehen meist zugrunde. Die meisten Vögel sind tagsüber aktiv und halten sich der heißen Tageszeit im Schatten von Pflanzen und Felsen verborgen.

Nagetiere sind die in Wüsten am stärksten vertretene Säugetierart. Da sie nur von kleiner Körpergröße sind, mit wenig, manchmal sogar ohne Wasser auskommen und nur wenig Nahrung benötigen, können sie auch sehr trockene Gebiete mit geringem Pflanzenwuchs besiedeln. Nagetiere, insbesondere die Renn- und Springmäuse, bilden eine wichtige Nahrungsgrundlage für Schlangen, Greifvögel und viele andere Raubtiere der Wüsten. Die Huftiere leben vor allem in den Rand- und Gebirgsbereichen vieler Wüsten, die ausgedehnte, wenn auch spärlich bewachsene Weideflächen aufweisen. Gazellen sind mit zahlreichen Arten vertreten, aber auch bestimmte Antilopenarten wie die Mendesantilope oder Addaxantilope leben in Wüsten. Mufflons und Steinböcke leben nur in Gebirgsregionen, wo sie oftmals durch Bejagung stark dezimiert wurden. Die Gattung der Equiden ist fast ausschließlich auf asiatische Wüsten beschränkt, wo Przewalski-Pferde und wilde Esel leben.

Von den Fleischfressern sind in Wüsten zahlreiche wolfartige Tiere wie Schakale und Kojoten, ferner verschiedene Fuchsarten anzutreffen. Das bekannteste Wüstenraubtier ist sicherlich der Wüstenfuchs oder Fennek. Als reines Nachttier besitzt er große, dreieckige Ohren und große, dunkle Augen, seine Pfoten sind breit und dicht behaart. Er ernährt sich hauptsächlich von Insekten, Echsen und Nagern, die er dank seines hervorragenden Hör- und Sehvermögens aufspürt. Zu den Wüstenraubtieren zählen auch ein kleiner asiatischer Bär, der in den Wüsten Belutschistans lebt, zahlreiche Wiesel- und einige Katzenarten. Auch Affen sind in manchen Wüstengebirgen, z. B. im Air und Ennedi der Sahara, anzutreffen.

Seen, Gueltas oder Quellen stellen in Wüsten »umgekehrte« Inseln dar. Die dort lebenden Tiere sind damit ortsgebunden, einzelne Arten sind als Relikte früherer Feuchtzeiten anzusehen. In einer Guelta im Ennedi leben bis heute Krokodile! Neben Urtierchen, Mollusken und Krustentieren werden Wüstengewässer auch von Fischen besiedelt. In den Gueltas des Tibestigebirges wurden Muscheln gefunden, in den Seen von Badi Amir in Afghanistan leben Krabben, in den Seen der Badain Jaran Krebse, die von den einheimischen Mongolen gefangen und bis nach Japan exportiert werden. Auf den Seen von Ounianga Kebir zwischen dem Tibesti- und Ennedigebirge schwimmen gar Haubentaucher. Und wer nachts in der Nähe eines Wüstensees oder einer Guelta lagert, wird die Frösche und Kröten nicht überhören.


ANPASSUNG UND VERHALTENSWEISEN VON WÜSTENTIEREN

Folgende Anpassungen beim Körperbau und bei den Verhaltensweisen ermöglichen Tieren das Überleben in der Wüste: die Aufrechterhaltung des Wasserhaushalts, Temperaturregulation und Nahrung.
Was die Aufrechterhaltung des Wasserhaushalts angeht, so ist zwischen Wasserzufuhr und Wasserabgabe zu unterscheiden. Bei der Wasserzufuhr wiederum zwischen Tieren, die täglich trinken müssen, die nur gelegentlich trinken müssen, Tieren, die wasserreiche Nahrung fressen und Tieren, die ihrer Nahrung gebundenes Wasser entnehmen. Tiere, die täglich trinken müssen, leben entweder in der Nähe von Wasserstellen oder können weite Strecken überwinden. So fliegt die Palmtaube bis zu 70 km täglich zum Trinken.
Das Flughuhn (Nyctiperdix senegalla) fliegt weite Strecken zum Trinken. Als echtes Wüstentier brütet es weitab jeder Wasserstelle, so dass das männliche Flughuhn täglich Wasserstellen anfliegen muss. Dort tanken die Männchen ihr speziell dafür entwickeltes Brustgefieder mit Wasser auf, fliegen zum gut getarnten Nest, wo dann die Jungvögel das noch nicht verdunstete Wasser aus dem Gefieder saugen.
Zu den Tieren, die gelegentlich Wasser aufnehmen, gehören Großsäuger wie Kamel, Mähnenschaf, Gazelle und Esel. Sie versorgen sich in Gueltas, an Quellen oder Seen und können dabei teilweise auch salzhaltiges Wasser vertragen. Die meisten Wüstentiere, darunter auch Raubtiere wie Fenneks, Schakale, Schlangen und Spinnen, kommen ohne flüssiges Wasser aus, indem sie wasserreiche Nahrung fressen. Während Samen, Stängel und alte Blätter zur Hälfte aus Wasser bestehen, enthalten frische grüne Pflanzen oder sukkulente Pflanzen bis zu 95 Prozent Wasser. Einige Tierarten leben von relativ trockener Nahrung, müssen aber trotzdem nicht trinken: Bei der Verdauung und Veratmung von fettreicher Nahrung wird an Cofaktoren gebundener Wasserstoff frei, der sich mit dem Sauerstoff der Atmung zu Wasser verbindet. Ein Kilogramm Fett liefert so dem Körper etwa ein Liter Wasser, 100 g Samen ergeben gut 50 g Wasser. Auf diese Art versorgen sich insbesondere Nagetiere und Schwarzkäfer mit Wasser. Manche Tiere legen sich daher in guten Jahren einen Fettvorrat an, der nicht nur als Nahrungsreserve, sondern auch als Wasserspeicher fungiert. Beispiele hierfür sind die Höcker des Dromedars, der dicke Schwanz der Dornschwanzagame und der Dickschwanzmaus.
Um den Wasserhaushalt stabil zu halten, ist eine verminderte Wasserabgabe genauso wichtig wie die Wasseraufnahme. Auch hierbei haben Wüstentiere ganz unterschiedliche Strategien entwickelt. Die Verdunstung kann durch die Isolierung der Außenschicht, sei es durch Fell, Federn oder Schuppen, erheblich vermindert werden, manchmal kommt als innere Isolierung noch eine Fettschicht hinzu. Möglich ist auch, die Verdunstung bei der Atmung einzuschränken. So sind bei den Schwarzkäfern die Außenöffnungen der Tracheen unter den Flügeldecken verborgen. Unter ihnen liegt ein Hohlraum, der als Stauraum für Wasserdampf dient. Da er auch einen Vorratsraum für Luftsauerstoff darstellt, geht erst dann Wasserdampf verloren, wenn der Luftvorrat aufgebraucht ist und frischer aufgenommen werden muss.
Der Wasserverlust kann auch durch die Anpassung der Lebensweise drastisch verringert werden. So verlieren nachtaktive Tiere weniger Wasser, da die relative Feuchte nachts stark ansteigt. Auch im Boden liegt die Feuchtigkeit höher, in den unterirdischen Bauten der Wüstenspringmaus herrscht z. B. eine relative Feuchte von 30 bis 40 Prozent.
Die hohen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht und zwischen Sommer und Winter zwingen die Wüstentiere zu einer wirksamen Regelung ihrer Körpertemperatur. Dies wird durch die Anpassung der Lebensweise an die extremen Bedingungen am effektivsten erreicht. Viele Tierarten sind nachtaktiv, dazu gehören Wüstenspringmaus, Fennek, Geckos, Skorpione sowie viele Schwarzkäferarten. Bei manchen Tieren hängt der Aktivitätsrhythmus von der Jahreszeit ab. So sind Ameisen im heißen Sommer nur nachts unterwegs, während sie sonst tagaktiv sind. Eidechsen und Agamen, beides wechselwarme Tiere, heizen sich nach kalten Nächten in der Sonne auf. Hierzu drehen sie ihre Flanke zur Sonne, damit die Sonne eine möglichst große Körperfläche bestrahlen kann. Tagsüber drehen sie dann ihren Körper längs zur Richtung der Sonnenstrahlen. Ihr Temperaturgefühl wird über ein so genanntes Scheitelauge gesteuert.
Einige Tierarten begegnen den extremen Temperaturunterschieden, indem sie unterirdisch leben. Obwohl sich die Sandoberfläche tagsüber bis auf 80º C aufheizen kann, liegt die Temperatur bereits in 30 cm Tiefe ziemlich konstant bei 25º C. Darauf sind solche Nagetiere angewiesen, deren Junge nackt zur Welt kommen und als Nesthocker empfindlich auf Temperaturschwankungen reagieren. Jene Tiere, die in Felsregionen leben und sich daher unter die Erde zurückziehen können, werden folglich mit Fell geboren und sind Nestflüchter, so z. B. die Stachelmaus (Acomys) der Sahara. Andere Tierarten wie der Apothekerskink sind an das Leben in den oberen Sandschichten angepasst. Seine keilförmige Schnauze und sein spiegelglatter, stromlinienförmiger Körper mit eng anliegenden Schuppen ermöglichen ihm eine schnelle Fortbewegung in Tunneln unter der Sandoberfläche.
Agamen regeln die Körpertemperatur, indem sie ihre Farbe ändern. Die Dornschwanzagame (Uromastix) ist am Morgen schwarz gefärbt, so dass die Sonnenstrahlung optimal absorbiert wird. Im Laufe des Vormittags wird die Färbung gelb bis rötlich, weil sich das schwarze Pigment zurückzieht und die jeweilige Grundfärbung hervortritt.
Viele Wüstenbewohner besitzen in ihrer Körperoberfläche reflektierende Elemente: Skinke glatte, spiegelnde Schuppen, die Prachtkäfer in den Akazien einen metallisch glänzenden Panzer und Wüstenraben glänzende Federn. Die Schwarzfärbung fast aller Wüstenkäfer dient besserem Schutz vor UV-Strahlung. Auch die Anatomie kann zur Temperaturregelung beitragen. Viele Käfer und auch das Kamel heben sich mit langen Beinen über die heiße Erdoberfläche.
Transpiration ist ebenfalls eine geeignete Maßnahme, die Körpertemperatur niedrig zu halten. Viele Säugetiere haben Schweißdrüsen entwickelt, manche verdunsten Wasser, indem sie hecheln. Da damit ein Wasserverlust einhergeht, wird diese Art der Wärmeabgabe nur im Notfall eingesetzt. Bleibt noch zu erwähnen, dass Vögel ihre Eier möglichst auf porösem Gestein oder in Erdhöhlen und verlassene Mäusebauten legen, um sie vor der Bodenhitze zu schützen.
Auf das notorisch geringe Nahrungsangebot in der Wüste stellen sich Wüstentiere mit einer ganzen Reihe Maßnahmen wie Migration, Sommerschlaf, Hungern und Vorratshaltung ein.
Migration ist charakteristisch für Gras fressende Säugetieren wie Gazellen, die den Regenwolken folgen, um das frisch sprießende Gras zu weiden. Auch Vögel können Dürregebiete verlassen. Einen Sonderfall stellen so genannte Reliktvorkommen dar. Als sich die Sahara in der letzten Pluvialzeit des Pleistozäns weiter ausbreitete, hat sich das Mähnenschaf in höhere Bergregionen zurückgezogen. Dort findet es noch ausreichend Nahrung, kann diese Regionen jedoch nicht mehr verlassen. Gleiches gilt für die Krokodile im tschadischen und der mauretanischen Sahara.
Der Sommerschlaf ist das Gegenstück zum Winterschlaf. Meist verkriechen sich die Tiere hierzu unter die Erdoberfläche, Stoffwechsel und Atmung der Tiere sind dann stark herabgesetzt. Bei Tieren mit Temperaturregulation wird das Regulierungssystem »abgeschaltet«, ihre Körpertemperatur richtet sich während des Sommerschlafs nach der Temperatur der Umgebung. Viele Nagetiere wie die Wüstenspringmaus und die Dickschwanzmaus übersommern. Käfer und Skorpione sind im Sommer kaum auf Nahrungssuche zu unterwegs.
Die Fähigkeit zu hungern hilft ebenfalls, in der Wüste zu überleben. Schlangen, Skorpione und Walzenspinnen können bis zu einem Jahr ohne Nahrung auskommen, Schwarzkäfer können mehrere Monate fasten. Auch Vorratshaltung erlaubt es Tieren, mit einem zeitweise geringen Nahrungsangebot zurechtzukommen. Manche Arten legen regelrechte Vorratskammern an, in denen sie unterirdisch Nahrung speichern. Die Nester von Ernteameisen führen metertief in den Untergrund und besitzen einen Durchmesser von 50 m.
Schließlich erlaubt auch die Anpassung an die Lebensweise anderer Tiere das Überleben. Greifvögel in der Sahara nutzen beispielweise den halbjährlichen Vogelzug zwischen Europa und Zentralafrika. Der Lannerfalke (Falco biamrmicus) brütet im Frühjahr und füttert seine Jungen mit den Europa zurückehrenden Zugvögeln. Der Schieferfalke (Falco concolor) brütet im Herbst und fängt dann die Singvögel auf ihrem Weg in die Winterquartiere.
Bei der Art der Nachkommen ist ebenfalls eine Anpassung an die Wüstenbedingungen zu beobachten. Tiere, die lebende Junge zur Welt bringen, sind im Vorteil, da Eier unter hohen Temperaturen leiden, vom Sand zugeweht oder leicht von Feinden gefressen werden können. So bringen eine Reihe Wüstentiere, deren Verwandte Eier legen, lebende Junge zur Welt. Hierzu gehören die Skorpione, welche die Jungen anfangs auf dem Rücken tragen und füttern. Auch die Skinke gebären lebende Junge, die sich sofort verstecken und schon imstande sind, Beutetiere zu fangen. Bei so genannten ephemeren Tieren liegt der Fall anders. Hier sind die Eier extrem widerstandsfähig, sie vertragen Hitze, hohe Salzkonzentrationen und weitgehende Austrocknung. So können sie bis zum Eintreten günstigere Umweltbedingungen überdauern. Zwischen den Erscheinungsperioden mancher ephemerer Tiere können bis zu 50 Jahre liegen.

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