Zehn häufige Fragen
Wie sind Sie zu Ihrem außergewöhnlichen Beruf gekommen?

Meine ersten Bilder waren Astrofotos, also Aufnahmen von Sternen und Planeten. Als Jugendlicher war ich nämlich begeisterter Amateur-Astronom. Bald schon – im Alter von sechzehn – gehörten Fotografieren und Reisen für mich zusammen. Schlüssel waren die Diavorträge, die mir die Möglichkeit boten, ohne die Hürde von Redaktionen oder Verlagen, Bilder zu veröffentlichen und damit weitere Reisen zu finanzieren. Mir machte es Spaß, Vorträge zusammenzustellen und zu halten. Mit der Zeit wurden die Vorträge professioneller und erfolgreicher, meine Reisen aufwändiger. Anfang der 90er kamen Bücher hinzu. Parallel studierte ich Geographie, Völkerkunde und Politische Wissenschaften in München und schloss als Diplom-Geograph ab. Alles in allem war es ein gerader, aber auch extrem anstrengender Weg, den ich ging. Ich wusste schon vor zwanzig Jahren, dass ich das machen möchte, was ich heute mache: Reisen, Fotografieren und darüber berichten.


Wie verständigen Sie sich auf den Reisen?

Das kommt auf das jeweilige Land an. In Afrika sind die alten Kolonialsprachen Englisch und Französisch als Verkehrssprachen weit verbreitet, in den Wüstengebieten Südamerikas wird Spanisch gesprochen, in Australien und in den USA Englisch. In den mittelasiatischen und zentralasiatischen sowie in den arabischen Wüsten wird es schwierig. Hier müsste man Russisch, Chinesisch oder eben Arabisch können. Wir behalfen uns dort mit Dolmetschern, die wir meist unter der Bevölkerung fanden.


Würden Sie in eine Wüste ohne Kamera reisen?

Nein. Von Anfang an gehörten Fotografieren und Reisen für mich untrennbar zusammen. Außerhalb von Wüsten fotografiere ich kaum – jedenfalls nicht ernsthaft.
Das professionelle Fotografieren beschert uns aber auch privat viele besondere Momente auf Reisen. Wer quält sich denn sonst schon um 4.00 Uhr morgens aus dem Schlafsack, um rechtzeitig zum ersten Licht auf der Düne zu stehen?


Warum mit dem Motorrad?

Das Motorrad stellt eine ideale Brücke zu den Einheimischen dar, auf deren Unterstützung wir viel stärker angewiesen sind als ein Autoreisender. Wir brauchen mehr Pausen, öfters Wasser, Benzin und Verpflegung oder Schutz bei extremen Witterungsverhältnissen. Auf der anderen Seiten kommen die Einheimischen viel eher auf uns zu, als wenn wir im Auto sitzen würden. Ferner stellt das Motorrad einen idealen Anknüpfungspunkt für Gespräche dar, egal ob man es mit einem mürrischen amerikanischen Tankwart oder einem humorlosen, chinesischen Polizisten zu tun hat. Das Motorrad lenkt auch wunderbar davon ab, dass wir eine umfangreiche Kamera- und Filmausrüstung mit uns führen. Offiziell dürften wir diese kaum in Länder wie Iran, China oder Turkmenistan einführen – und wenn, dann nur mit Akkreditierung und offiziellem Aufpasser. Das geringe Platzangebot auf dem Motorrad hat übrigens keinen Einfluss auf die Kameraausrüstung. Da schränken wir uns schon lieber privat ein: kein Buch, keine Ersatzkleidung, keine Teller. Lieber aus dem Topf essen als auf ein Objektiv verzichten.


Was kostet solch eine Reise?

Diese Frage ist sehr schwer zu beantworten. Wir lebten einerseits extrem bescheiden, schliefen draußen, kochten selbst, flogen die billigsten Airlines.
Auf der anderen Seite hatten wir Ausgaben, die »normale« Reisende nicht haben, z. B. die Kosten für 17 Flüge mit Charterflugzeugen, um Luftaufnahmen zu erhalten. Alles in allem haben wir einen sechsstelligen Eurobetrag für die Reisen ausgegeben. Es dürfte bei viel Zeit und geringsten Ansprüchen für den Preis eines Mittelklassewagens zu machen sein.


Was war Ihr stärkstes Erlebnis auf den Reisen?

Es gab so viele beeindruckende Begegnungen mit Menschen, es gab so viele intensive Naturerlebnisse, dass es mir ünmöglich ist, eines herauszugreifen. Das Projekt im Ganzen war jedenfalls die größte Herausforderung meines bisherigen Berufslebens. Es ist ein schönes Gefühl, wenn ein jahrelanges Projekt ein glückliches Ende findet.


Was machen Sie als Nächstes?

Ich bleibe auf jeden Fall der Fotografie und den Wüsten treu. Welches Wüsten-Thema ich als nächstes angehe, weiß ich noch nicht. Es muss mich auf jeden Fall begeistern – und meine Zuschauer auch.

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