Multivision

Planet Wüste


Das erste Bild der 300 000 Bilder für mein Projekt »Planet Wüste« fotografierte ich im Mai 2009 in der Hochwüste Argentiniens, das letzte bei der Totalen Sonnenfinsternis am 20.3.2015 auf Spitzbergen. Dazwischen lagen sechs aufregende Reisejahre, in denen ich vierzig Touren rund um die Erde unternommen habe. Oft wurde ich von meinem Freund Jörg Reuther begleitet, manchmal von meinen Freunden Thilo Mössner und Ralf Leistl, in den letzten Jahren reiste ich oftmals mit meiner Frau Elly.

Während die Arbeit an Buch und Film parallel zu den Reisen bereits im Jahre 2013 begann und zwei Jahre andauerte, standen für die Umsetzung der Multivision nur die Sommermonate 2015 zur Verfügung. Die Multivision entstand in 50 Studiotagen gemeinsam mit meinem Freund und Kollegen Alex Schwindt von »Art of Vision« in Erlangen.

Nach einer ersten Bildauswahl begann zunächst die monatelange Suche nach geeigneter Musik, welche zu den einzelnen Bildsequenzen passt. Diese Bild-Musik-Sequenzen wurde dann von Alex Schwindt programmiert. In einem weiteren Schritt folgte die Optimierung der Bildauswahl und der Bildreihenfolge. Gleichzeitig legte ich mit einer Textmaterialsammlung den Grundstein für das Manuskript. In den letzten Wochen vor der Premiere hieß es, Musiksequenzen, Bildfolgen und Kommentar zu einer Einheit zusammenzuführen. Gemeinsam mit Alex Schwindt feilte ich an dem Konzept und Alex Schwindt überarbeitete noch einmal die Musiksequenzen. Unser Kollege Heiko Beyer kümmerte sich während dieser Zeit um die technische Seite der AV-Programmierung.

Mit der ersten Aufführung war die Arbeit an der Multivision aber keineswegs beendet. Vielmehr achte ich auf die Publikumsreaktionen und auf eigene Beobachtungen und werde die Multivision immer wieder Schritt für Schritt verfeinern. Mein Ziel ist eine immer aktuelle, spannende, informative, aber auch sinnliche Bilderreise zwischen Nord- und Südpol.

Ganz bewusst habe ich auch im Zeitalter digitaler Fotografie und Projektion meinen Vortragsstil beibehalten. Ich verzichte komplett auf Videoeinspielungen und Effekte und setze auf die Kraft der Bilder, die übergeblendet werden. Passen Bilder, Musik und Kommentar zusammen, ist die Wirkung oft viel stärker als bei einer Videosequenz. Hinzu kommt, dass ein gutes Bild in viel kürzerer Zeit Inhalte und Emotionen vermittelt, als dies ein Film kann. Dabei lässt ein Bild auch noch Raum für Assoziationen des Zuschauers und fordert vom Betrachter eine aktivere Rolle als Filmsequenzen, die zu passivem Betrachten geradezu einladen. Ein weiterer Grund für den konsequenten Verzicht auf Video ist die bis heute von Videokameras nicht erreichte Qualität von Fotografien.

So sind 1600 Bilder, gut 50 sorgfältig ausgewählte Musikstücke und ein live vorgetragenes hundertseitiges Manuskript die Eckpunkte meiner neuen Multivision. Anders als im Bildband werde ich viel von meinen Erlebnissen und Abenteuern erzählen, aber auch Themen ansprechen, die mir als Geograph am Herzen liegen.

In ihrer Gliederung folgt die Multivision der von der Natur vorgegebenen zonalen Gliederung der Erde in die Arktis, die beiden Wüstengürtel und die Antarktis.

Im ersten Teil werde ich von meinen Reisen in zehn circumpolare Gebiete der Arktis und an den Nordpol erzählen, hierbei ist der nördliche Polarkreis die Richtschnur. Danach werde ich mit den Zuschauern die Erde entlang des nördlichen Wendekreises umrunden und so anhand von sieben Destinationen den Wüstengürtel der Nordhalbkugel portraitieren.

Nach der Pause steht die dritte Erdumrundung an – entlang des südlichen Wendekreises, an dem die Wüsten der Südhalbkugel zu finden sind. Zum Schluss geht es nochmals ins Eis. Entlang des südlichen Wendekreises werde ich mit den Zuschauern die Antarktis umrunden und hierbei sehr entlegene Gebiete des siebten Kontinents vorstellen. Endpunkt der vier Erdumrundungen und damit der Multivision ist der Südpol.

Ich habe mich entschieden, für diese Multivision die beste und leistungsfähigste Technik, die überhaupt verfügbar ist, einzusetzen. Das beginnt mit einem extrem leistungsstarken, 20 000 Ansi Lumen starkem Beamer, der selbst meine größte Leinwand mit vierzehn Meter Breite und sieben Meter Höhe strahlend hell ausleuchtet. Gespeist wird der Beamer von einem leistungsfähigem Rechner, auf dem die Software Wings Platinum von Stumpfl die Synthese von Bildern und Musik ermöglicht. Ein weiteres wichtiges Element ist eine hochwertige und leistungsfähige Tonanlage, welche auch Säle mit mehr als 1000 Besuchern mit bestem Klang versorgt.

Auch bei der Auswahl der Leinwand bin ich neue Wege gegangen. Mein Credo war, die jeweils größtmögliche Leinwand aufzubauen. Da die baulichen Voraussetzungen der Säle sehr unterschiedlich sind, sind es zwangsläufig auch die einsetzbaren Leinwandgrößen. Es gibt niedrige, aber breite Säle, aber auch hohe und schmale Säle. Bei einer Tournee mit 150 Terminen haben wir es mit 150 verschiedenen Raummaßen zu tun. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, führen wir acht verschiedenen Leinwände mit. Wir stellen damit sicher, dass wir im jeweiligen Saal immer die größtmögliche Leinwand aufbauen können. So wird es auf der Tournee Räume geben, in denen die Leinwand das klassische Seitenverhältnis 3:2 hat. Haben die Säle eine geringe Deckenhöhe setzen wir Leinwände im Seitenverhältnis 2:1 ein. Der technische und logistische Aufwand für ein möglichst großes und helles Bild und einen perfekte Ton ist also enorm.

Trotz der vielen Bücher, Filme und Ausstellungen, die ich veröffentlicht habe, ist das Medium Diavortrag bzw. Multivision für mich nach wie vor von überragender Bedeutung. Ich stehe auch nach 35 Jahren noch gerne auf der Bühne und erzähle voller Leidenschaft und Begeisterung von meinen Reisen und Abenteuern. Und zeige Bilder, die Sie berühren und faszinieren sollen.