Michael Martin

Motorrad

Das Motorrad das perfekte Fahrzeug für die Wüste: So geländegängig und anspruchslos wie ein Kamel, so schnell und zuverlässig wie ein Geländewagen. So war ich für »Planet Wüste« viel auf einer BMW 1200 GS Adventure weltweit unterwegs. Ich fuhr durch die Atacama von Peru über Chile nach Bolivien und folgte dann dem Altiplano bis in den Süden Argentiniens nach Feuerland. In Island durchquerte ich tiefe Furten im vulkanischen Hochland, in Australien folgte ich dem Odnadatta-Track in die Simpson-Wüste, im südlichen Afrika erkundete ich die Namib-Wüste und genoss im Südwesten der USA die Traumlandschaften des Colorado Plateaus. Die härteste Wüstenreise auf dem Motorrad unternahm ich in der Mongolei. Ich durchquerte bei Temperaturen von unter -40°C die Wüste Gobi und macht meine besonderen Erfahrungen mit verschneiten Dünen.

»Planet Wüste« hat aber nicht nur die Wüsten der Nord- und Südhalbkugel zum Thema, sondern auch die Polarregionen. Also mit dem Motorrad zum Südpol? In Antarctica verbietet sich Motorradfahren aus Naturschutzgründen von selbst. Gleiches gilt für die Arktis, da es auch dort kaum Strassen gibt. Nur im Westen der amerikanischen Arktis führen zwei Strassen hinauf zum Arktischen Ozean, der sogenannte Dalton Highway in Alaska und der Dempster Highway in den Northern Territories. Im Februar, dem kältesten Monat war ich auf dem Dempster Highway zum Arktischen Ozean unterwegs. Die Temperatur am Startpunkt in Dawson City betrug -48°C und sollte nie über -40°C steigen. Ich hatte Spikes in die Stollenreifen der GS geschraubt und versuchte damit, auf der verschneiten Naturstrasse besser Halt zu finden. Das war jedoch ein Trugschluss, denn die Spikes erreichen wegen der Schneedecke nicht die gefrorene Fahrbahnfläche. Das letzte Teilstück führt auf einer sogenannten Ice Road über den Mackenzie River und über den Arktischen Ozean. Auf dem blanken Eis griffen die Spikes und die Zahl der Stürze sank rapide. Gegen die Kälte schützte ich mich mit beheizter Unterwäsche, beheizten Handschuhen und Schuhsohlen.

Ich war für »Planet Wüste« mit Eisbrechern, Hundeschlitten, Geländeautos, Skiern und Helikoptern unterwegs, doch mit keinem Verkehrsmittel fühlte ich mich der Wüste so nah wie mit dem Motorrad. Es war toll, sich den Fahrtwind um die Nase wehen zu lassen, Bodenwellen und Untergrund in den Armen zu spüren und Hitze wie Kälte wirklich zu erleben. Am meisten schätzte ich es aber, dass ich auf dem Motorrad von den Einheimischen weltweit immer offen und herzlich empfangen wurde.